Tirol"

Kultur in Tirol

OSTERFESTIVAL TIROL

Seit über 25 Jahren gehört das OSTERFESTIVAL TIROL zu einem der bekanntesten kulturellen Höhepunkte Österreichs.

Musik im Riesen

Das Klavier als Soloinstrument und Kammermusik für Streicher stehen im Zentrum der Programmierung der zwölften Ausgabe von „Musik im Riesen“ 2018 in den Swarovski Kristallwelten.

Sprachsalz Hall

Bei den Internationalen Literaturtagen Sprachsalz in Hall in Tirol 2018 versprechen die Organisatoren eindrucksvolle Begegnungen und literarische Tipps.

Eine lebendige Tiroler Tradition: das Krippeleschaug’n – Teil II

Unsere Reihe Krippeleschaug’n geht weiter: in den Dörfern Absam und Thaur besichtigten wir jeweils die Krippen in den beiden Pfarrkirchen, sowie zusätzlich in Absam die moderne Krippe am Dorfplatz und in Thaur die Krippe in der Romedikirche.

Das Krippendorf Thaur und seine bekannten Künstler

Bildhauer und Figurenschnitzer

Die berühmtesten Thaurer Krippenschnitzer waren Johann Giner d. Ä. und der gleichnamige Sohn Johann Giner d. J.. Der erfolgreichste Imitator von Giner-Figuren war Johann Laimgruber, genannt Mundi. Mundi war hauptberuflich Salzbergarbeiter und wendete seine gesamte Freizeit für die Schnitzerei von Krippenfiguren auf. Weiters haben sich noch Johann Plank und Romed Riedmüller als Schnitzer einen Namen gemacht. Einer der bekanntesten ortsansässigen Bildhauer der jüngeren Zeit war Meister Romed Speckbacher sen.. Sein gleichnamiger Sohn führte die Tradition der alten Krippenschnitzer und der Thaurer Krippenkunst fort.

Künstler von Krippenbergen und Hintergründen

Über die Ortsgrenzen hinaus bekannt ist der Thaurer Einsiedler Felix Zimmerling. U.a. hat er auch den Krippenberg der Absamer Kirchenkrippe gestaltet. Durch seine Reise nach Palästina im Jahre 1852 wurden die Tiroler Krippenberge und -hintergründe in orientalischem Stile beeinflusst und verändert. Als Maler von Krippenlandschaften (Hintergrund) sind folgende Thaurer Künstler besonders erwähnenswert: Andrä Leitl, Pranz Pernlochner III. sowie dessen Sohn.

Die Weihnachtskrippen in Thaur

Neben den wunderbaren Krippen in der Pfarrkirche sowie der Schlosskirche finden wir in Thaur die älteste Hauskrippe, die uns in Tirol erhalten blieb, nämlich beim Maxenbauern. Sie stammt aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts!

Wegen des Prunkes der Kleider und der reichen Stickereien zählt die Barockkrippe in der Romedikirche zu den größten und wertvollsten Kirchenkrippen. Die geschichtlichen Hintergründe zur Romedikirche oder Schlosskirche, wie sie auch genannt wird, kann auf der Seite unserer Kraftorte nachgelesen werden. Die große Weihnachtskrippe füllt den gesamten Altarraum aus und wird aufgrund des großen Aufwandes nur im Zweijahresrhythmus aufgestellt. Insgesamt umfasst die Krippe ca. 150 Figuren (inklusive Tiere). Manche Figuren sind doppelt vorhanden, wie zB die Hl. Familie: einmal im Nazarenerstil und einmal im Barockstil. Die ältesten barocken Figuren der Krippe sind die Engel mit Wachsköpfen und Glasaugen von 1740, die aus diversen Damenstiften stammen. Alle weiteren bekleideten Figuren (ebenfalls mit Wachsköpfen und Glasaugen versehen) stammen von Johann Giner d.Ä., Franz Pernlochner I. und Johann Höpperger. Ende des 19. Jahrhunderts schuf Johann Farbmacher einen völlig neuen Krippenberg. 1880 malte der Künstler Franz Pernlochner den Hintergrund für die Barockkrippe.

Barockkrippe Romedikirche

Weihnachtsdarstellung nach einer Idee von Erich Steinlechner und Pfarrer Haider

In den anderen Jahren wird in der Romedikirche am rechten Seitenaltar eine Weihnachtsdarstellung auf einem gemalten Kulissenaufbau von Erich Steinlechner aus den Jahr 2010 gezeigt. Neben dem damaligen Pfarrer Paul Haider (+ 2014), war Steinlechner der Ideengeber für diese kleine Krippe, um jährlich das Weihnachtsgeschehen anschaulich darstellen zu können. Die 40 cm hohen Figuren wurden bei der Firma Heide (Heinrich Demetz) in Gröden (Südtirol) in Auftrag gegeben. Sie bestehen aus hölzernen Gliedmaßen, die auf einem Drahtgestell montiert sind und anschließend mit leimgetränkten Stoffen bekleidet und bemalt bzw. gefasst wurden. Dadurch wirken die Figuren sehr realistisch. Eine Besonderheit stellen auch die mit echter Schafwolle ausgestatteten Schafe dar. Johann Staud hat sich für uns Zeit genommen und erzählt uns in einem Video spannende Details zur kleinen Weihnachtskrippe:

Die Romediuskirche ist an Sonn- und Feiertagen vom 1. Adventsonntag bis zum Weißen Sonntag (Sonntag nach Ostern) von 13:00 bis 17:00 Uhr für eine Besichtigung der Krippen (Fastenkrippe) zugänglich.

Weihnachtskrippe in der Thaurer Pfarrkirche

Die figurale Ausstattung der Krippe der Pfarrkirche in Thaur stammt im Wesentlichen von Johann Giner d. Ä.. Johann Laimgruber ergänzte einige Figuren. Der heutige Krippenberg stammt aus der Hand von Johann Farbmacher und den Hintergrund dazu schuf Franz Pernlochner III. am Ende des 19. Jahrhunderts. Bei dessen Restaurierung konnte man eine weitere Landschaftsmalerei entdecken, welche auf Andrä Leitl zurück geht.

Das Krippendorf Absam

In Absam wollen wir euch heute zwei Krippen präsentieren:

Erstens die traditionelle Kirchenkrippe in der Absamer Basilika und zweitens die moderne Dorfkrippe beim Gemeindeamt.

Weihnachtskrippe in der Basilika

Alle Jahre wieder ist das Krippeleschaug’n in Absam in der Basilika ein Höhepunkt für “Krippeleschauger”. Glücklicherweise ist die aus 70 Figuren bestehende Krippe die ganze Woche hindurch von 7.30 Uhr morgens bis 19.30 Uhr abends zugänglich. Vielen Dank dafür, liebe Absamer! Außerdem können interessierte BesucherInnen hautnah mitverfolgen, wie sich die Krippe im Laufe des Geschehens wandelt und fast auf Tuchfühlung gehen.

Wow! Selten sieht man beim Krippeleschaug’n eine Krippe dieses Ausmaßes! Gesichert durch eine Alarmanlage und geschützt hinter einer gläsernen Abschrankung sind die von Johannes Nepomuk Giner d. Ä. (1756 – 1833) geschnitzten Figuren auf Augenhöhe und aus nächster Nähe zu bestaunen. Die bis zu 40 cm hohen, aus Holz geschnitzten und gefassten Figuren bestechen vor allem durch ihr „echtes“ G´schau: So hat Giner die Figuren mit Glasaugen ausstaffiert und demnach sehr lebendig und echt aussehen lassen. Prächtig sind weiter vor allem Giners Engel, halbnackt oder schulterfrei und in voller Bewegung, quasi beflügelt und dank einer Porzellanfassung wahrlich himmlisch anmutende Figuren. Halleluja! Übrigens, wer suchet, der findet in der Gestalt eines Müllers einen wichtigen Sponsor der Krippe, wie wir heute sagen würden. Ein Gönner der früheren Zeit, vergleichbar mit einem Stifter.

Felix Zimmerling (1812 – 1869), ein Eremit aus Thaur, war wohl einer der ersten Pilger, der 1852 ins Heilige Land gereist ist. Er hat den Absamer Krippenberg geschaffen. Kein Wunder also, dass sich das Heilsgeschehen vor orientalischer Kulisse präsentiert. Nur durch die Erzählungen von Pilgern und Reisenden konnte eine orientalische Krippe entstehen. Ein wichtiger und interessanter Wandel in der Tiroler Krippentradition.

Besonderer Hintergrund für die Krippe

Bemerkenswert ist auch der Hintergrund der Krippe: Der als Maxenmaler bekannte Josef Strasser (1827 – 1890) aus Absam zeichnet sich dafür verantwortlich. Oftmals geschnitzt und über dem Hintergrund angebracht hat er die Gloriole mit Gott Vater und den Engeln direkt auf den Hintergrund gemalt.

Einzigartig sind die neuen, im barocken Stil geschaffenen Vitrinen links der Krippe. Sie zeigen zwei Szenen, die Beschneidung Jesu sowie die Verehrung des Namens Jesu durch die damals bekannten vier Erdteile Europa, Amerika, Asien und Afrika (Australien war zu diesem Zeitpunkt noch nicht entdeckt): Ein bekanntes Frauengesicht ist in der Gestalt von Europa zu erkennen, keine geringere als Maria Theresia stand sozusagen Patin für unseren Kontinent!

Gloriole MaxenmalerMaria Theresia als Allegorie auf Europa

Ein großer Dank sei an dieser Stelle erstens an Waltraud Willard und auch an Werner Willard vom Absamer Krippenverein ausgesprochen. In unserem Video erzählt uns Werner für das Krippeleschaug’n in Absam mehr von der Absamer Kirchenkrippe:

Schon wieder begegnen wir Josef Bachlechner…

Über dem Hauptaltar der Basilika ist übrigens (schon wieder!) ein von Josef Bachlechner d. Ä. geschnitztes Jesukind zu bewundern. Der in Hall um 1900 werkende Bildschnitzer war im ganzen Land bekannt und hat überall seine Jesukinder, äh… Spuren, hinterlassen.

Jesuskind von Josef Bachlechner d. Ä.

Krippeleschaug’n in Absam: Die Absamer Dorfkrippe

Wem noch nicht zu kalt ist und noch Lust auf mehr hat, empfehlen wir, einen Spaziergang von der Absamer Basilika zum Dorfplatz zu machen. Dort ist eine moderne Krippe von Sigfried Obleitner zu sehen, die in jedem Fall reizvoll, wenn auch anders ist. Ein völlig neuer Zugang zum Heilsgeschehen ist hier vom Absamer Künstler gewählt worden. Die 2007 geschaffene Skulpturengruppe verzichtet ganz bewusst auf Sentimentalität. Materialien wie Beton und Stahl verleihen der Krippe eine kühle Eleganz, die den Betrachter in eine nachdenkliche Stimmung versetzen. Außerdem ist das Jesukind ist auf ein Kreuz gebettet, Vorzeichen des bevorstehenden Schicksals des göttlichen Kindes? Die drei Weisen aus dem Morgenland in Gestalt eines Astronomen, Mystikers und Glaubenden bieten mittels Symbolik verschiedene Wege an, die Komplexität des Geschehenen zu verstehen: So lässt eine Glaskugel in der Hand eines Königs in die Zukunft blicken. Gloria in excelsis deo!

Dorfkrippe Absam von Johannes Obleitner

Weiser mit GlaskugelHl. Familie

Das Krippeleschaug´n geht weiter…

Nach dem Krippeleschaug’n in Absam und Thaur besuchen wir nächste Woche die Dörfer Baumkirchen, Fritzens, Volders und Wattens und sind schon gespannt, welche Krippenschätze uns dort erwarten.
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Kultur Ticker

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Egal, ob perfekt präparierte Pisten im Winter oder traumhaft schöne Wanderungen im Sommer: Der Glungezer ist zu jeder Jahreszeit einen Ausflug wert. Dahinter steht eine Mannschaft, die es so schnell nicht wieder gibt: Das Glungezer Team.
Unsere Reihe Krippeleschaug’n geht weiter: Dem Jahreskreis entsprechend werden die Krippen in Tirol zu Mariä Lichtmess (2. Februar) abgebaut. Im dritten Teil unseres Krippenblogs können abschließend weitere besondere Krippen unserer Region online “geschaut” werden.
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